State of E-Bike Mobilty

Mobilität bietet mehr und mehr alternativen zum Auto
Wir bei SMAFO drehen uns natürlich nicht nur um unser eigenes Tretlager. Wir beobachten den Markt und gucken wie er sich entwickelt – weltweit. Um zu sehen wo wir stehen, was der Mitbewerb macht und wie sich E-Bikes, Shared Mobilty und Verkehr generell entwickeln.

Weil es beim Thema E-Bike und Mobilität einige spannende Tendenzen gibt, möchten wir Euch gerne an ein paar Fakten teilhaben lassen

In Deutschland wurden im ersten Halbjahr 2019 soviel E-Bikes verkauft wie in gesamt 2018. Es wird geschätzt, dass sich der europäische E-Bike Markt in den nächsten fünf Jahren mehr als verdreifacht

Damit das mit diesem starken Wachstum klappt müssen allerdings die Zulieferer auch ihre Produktion skalieren. Da stockt es momentan noch, so dass es für die Branche (und damit auch für Endkundinnen und Endkunden) zu ungewohnt langen Lieferzeiten kommt. 

Für die E-Bike Produzenten bedeutet das: Entweder die längeren Wartezeiten akzeptieren oder sich nach alternativen Komponenten umschauen. 

Spannend ist natürlich die Frage, ob zum Beispiel Shimano, als Weltmarktführer bei Fahrrad-Komponenten, überhaupt die Produktion in dem Maße hochfahren will, wie es die Nachfrage nahelegt. Denn an Überkapazitäten wird Shimano, wenn der Boom in den kommenden Jahren nicht anhält, kein Interesse haben. Allerdings würden sie, mit so einer Vorgehensweise der pseudo-Resourcenverknappung, riskieren, dass ihre Mitbewerber im Teilemarkt für Fahrradhersteller noch interessanter wird. 

individuelle Mobilität verändert Städte

Interessant finden wir auch wie Städte mit der Zunahme an Radverkehr umgehen. Denn vielen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern ist bewusst, dass sich Mobilität verändern wird. Und deshalb treiben sie Infrastrukturmaßnahmen voran. Manche Maßnahmen sind erstmal nur temporär angelegt, wie Pop-Up Bikelanes (wie z.b. in Berlin). Manche lesen sich erstmal gar nicht so groß, stellen aber auch Rekordwerte dar, wie in Hamburg.

Aber es gibt auch schon die groß angelegten Umbauten, wie in Paris. Die 2020 wiedergewählte, und damit in ihrem Kurs bestätigte, Bürgermeisterin Anne Hidalgo hat schon einiges in die Wege geleitet, um Autoverkehr zu beschränken und Fahrradfahrende und Fußgänger*Innen zu bevorzugen. Die Idee ist kurz gesagt: Menschen den städtischen Raum zurück geben. Denn Autos, ob elektrisch oder mit fossilen Brennstoffen betrieben, nehmen sehr viel Raum weg – gerade in dicht besiedelten Gebieten ein Problem. Dass die Niederlande ein hervorragendes Beispiel sind, wie Radfahr-Infrastruktur auch auf dem Land umgesetzt werden kann, darf natürlich nicht unerwähnt bleiben. 

Warum schreiben wir das? Nachweislich ist es so, dass wenn Infrastruktur für Fahrräder geschaffen wird, dann wird sie auch genutzt – bei jedem Wetter. Es ist schon bemerkenswert, dass es quasi keine negativen Aspekte beim Radfahren gibt in Bezug auf Stadtentwicklung. Gut für Körper und Geist ist es allemal.

Vereinheitlichung und Ausdifferenzierung

Etwas was wir uns für die Zukunft der E-Bike Mobilität wünschen, ist ein einheitlicher Ladestandard. Es gibt auch schon Ansätze in diese Richtung, Energy Bus ist auf jeden Fall etwas was wir sehr interessant finden. Die Smartphone-Branche hat es vorgemacht (Apple ausgenommen), USB in seinen Iterationen als Standard für die Ladebuchse hat sich etabliert und nutzt auf Dauer allen. So etwas für E-Bikes zu etablieren wäre von sehr großem Vorteil. Öffentliche Ladesäulen für E-Bikes wären endlich das was ihr Name verspricht und nicht bloß öffentliche Steckdosen. Auch abseits dessen würde ein gemeinsamer, universeller Ladestandard, bzw. Ladestecker langfristig zu weniger Elektroschrott führen. 

Wir persönlich sehen kommen, dass e-Lastenräder sich immer weiter verbreiten werden. Der Markt differenziert sich bereits aus, wie mit den Modellen des BioHybrid, den wir schon Ende 2019 in Hamburg gefahren sind. Wobei wir eher die Varianten auf zwei Rädern, etwa von Urban Arrow bevorzugen, einfach weil sie weniger Platz benötigen.

Fazit: Wenn die Zulieferindustrie nicht Ihre Macht ausreizt und dem Ansturm auf den Fahrradmarkt gerecht wird, dann verspricht 2021 ein sehr gutes Jahr für’s Rad zu werden.