“Machen Sie sich und Ihre Kinder sichtbar! Egal ob auf dem Weg zur Schule oder zur Arbeit.” 


Dieser Satz, getwittert von unserer örtlichen Polizei, ist richtig und schlimm zugleich. Denn Sehen und Gesehen werden ist im Winter absolut wichtig im Straßenverkehr. 

Aber der Satz bürdet die Verantwortung eben auch den schwächsten Teilnehmern im Straßenverkehr auf. 


Klar, eine funktionierende Lichtanlage und eine angepasste Fahrweise wird von allen am Verkehr Teilnehmenden erwartet. Aber extra Absicherung über helle, reflektierende Elemente … das gibt’s nur bei Personen auf zwei Rädern und zu Fuß Gehenden. Wir haben jedenfalls noch nie gesehen, dass Jemand im Winter zusätzliche Reflektoren an sein/ihr Auto angebracht hat oder dazu aufgefordert wurde. Die Schwächsten müssen also die Stärksten auf sich aufmerksam machen.


Es ist am Ende die Aufforderung an die potentiellen Opfer, doch bitte alles dafür zu tun, keine Opfer zu werden. Denn klar, bei einem Unfall mit einem Autofahrer/in sind es in aller Regel die Radfahrenden, die unter den körperlichen Folgen zu leiden haben.


Auch liest man in solchen Verkehrstipps nie, dass man am besten große Autos, wie zum Beispiel SUVs, im dunkeln nicht fahren sollte, weil man dann kleine Mitmenschen noch weniger sieht. 


Die Schwachen müssen sich schützen. 


Es ist übrigens, gerade wenn es einen selbst betreffen sollte, auch nur ein schwacher Trost, dass sich die Anzahl der Verkehrstoten in den letzten 30 Jahren auf rund ein Viertel der ursprünglichen Zahl, seit Beginn des wiedervereinigten Deutschland, reduziert hat.


Bis wir in Deutschland eine wirklich adäquate Radfahrinfrastruktur geschaffen haben, die gut ausgebaut und  vom motorisierten Verkehr getrennt ist, solange muss man sich als Verkehrsteilnehmer:in leider wirklich vor den Stärkeren schützen.


Deshalb: wir hassen es, Euch diesen Tipp geben zu müssen, aber kleidet Euch im Straßenverkehr möglichst bunt und reflektierend! Checkt auch Eure Lichter auf korrekte Funktion und achtet noch mehr auf den motorisierten Verkehr als sonst. Denn wir wollen auch im nächsten Sommer noch gemeinsam Radfahren können.


P.S. Wenn Ihr mal gucken wollt, wo bei Euch in der Umgebung, die meisten Unfälle passieren und somit die potentiell gefährlichsten Ecken im Straßenverkehr sind, checkt mal den Unfallatlas.